[Unterreich] Was vom Schweigen übrig blieb

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8 Monate 2 Tage her #5174 von dying_despot
Der Händler

Er hatte die Augen geschlossen. Lang genug hatte er die wahlweise missbilligende oder gelangweilte Miene der Menschenfrau erdulden müssen. Wie er sie hasste. Und er wusste, dass dieser Hass auf Gegenseitigkeit beruhte. Dass er sie noch nicht hatte umbringen lassen, war demselben Grund geschuldet, aus dem er nun die Lider unterhalten konnte, ohne fürchten zu müssen, sie nie wieder öffnen zu können. Das Schicksal hatte sie auf zu einträgliche Weise aneinandergekettet und noch war es zu früh, diese Verbindung auf endgültige Weise zu lösen.

Das Schicksal. Das klang tiefsinniger, als es eigentlich war. In erster Linie waren es zwei Steinfeuerbomben gewesen, die seine Geschäftsräume getroffen hatten. Wie durch ein Wunder waren er und ein Gutteil seiner Wachen mit dem Schrecken davongekommen, während die meisten seiner Sklaven von Gestein erschlagen oder von Feuer verzehrt worden waren. Immerhin hatten sie noch einen letzten Nutzen gefunden, indem sie die wertvollsten Güter in die Kellerräumlichkeiten verbracht hatten, die gleichzeitig den Rückzugsort der Ilythiiri bildeten. Als das Chaos das Haus erreichte, wurden die Zugänge verschüttet und er saß fest – mitsamt seiner Waren und seiner Wachen. Deren Loyalität war er sich ohnehin nie sicher gewesen und die kommenden Tage heizte sich die Stimmung auf. Jegliche Versuche, sich aus dem Keller zu befreien, scheiterten aufgrund nachrutschenden Gesteins. Soviel sie von den Angriffen mitbekommen hatten, mochte es gut möglich sein, dass bei einem zu forschen Vorgehen die ganze Struktur über ihnen zusammenbrechen würde. Während einige der Wachen die Situation mit stoischer Gelassenheit erduldeten, wurde anderen schnell bewusst, dass ihnen nach den Verheerungen, die über Ched Nasad gekommen waren, kaum noch geregelte Bezahlung in Aussicht stand. Sollte man also je wieder aus diesem Gewölbe entfliehen können – warum dann nicht mit ein paar der wertvollen Sachen, die ihr Arbeitgeber hier gehortet hatte?

Glücklicherweise standen diesen Begehrlichkeiten andere entgegen und auch ein paar Befürchtungen. Sein Leibwächter war ein Hüne von einem Ilythiiri, ein mit allen Wassern gewaschener Sargtlin, mit dem sich keiner gern messen wollte. Und eben dieser Leibwächter versprach sich den größeren Vorteil davon, das Blut des Händlers nicht zu vergießen, denn niemand wusste, wie es außerhalb des Gewölbes aussah. Womöglich war der Angriff abgewehrt wurden, das Chaos eingedämmt? Womöglich hatte das Konzil alle Register gezogen und die Ordnung war wiederhergestellt?

Sollten sie aus ihrem Verlies geborgen werden, würde der Tod eines hochangesehenen Händlers wie ihm, nur schwerlich zu verschleiern sein. Am Ende würde es gar das Leben des Händlers sein, an dem ihrer aller Leben hing. Hätten sie gewusst, was draußen tatsächlich vor sich ging, wie es mittlerweile wirklich in Ched Nasad aussah, wäre er womöglich nicht am Leben geblieben. Ironisch?

Nun, ironisch war, was folgen sollte. Einige Zyklen verstrichen und schon drohten Nahrungsmittel, vor allem aber die Luft knapp zu werden. Da regte sich etwas hinter dem Schutt. Und das Etwas wiederum regte den Schutt. Ein schmaler Durchgang wurde freigelegt. Die Ilythiiri, die sich dabei die Hände schmutzig machten, reagierten nicht auf Ansprache und Nachfragen, sondern verrichteten schlicht ihr Werk, schließlich auch unterstützt von den Söldnern. Dann kehrten die Unbekannten ihnen den Rücken und bahnten sich wieder ihren Weg nach draußen. Die ersten Wachen folgten ihnen vorsichtig. Sie kehrten nicht zurück. Nach und nach sahen sich die übrigen genötigt, das Gewölbe zu verlassen.

Draußen trafen sie sich wieder und schnell klärte sich, warum keine der Wachen zurückgekommen war, um Bescheid zu geben. Armbrüste waren auf sie gerichtet, nicht wenige in der Zahl. Halborks, Menschen, sogar zwei Oger waren unter jenen, die sie bedrohten. Der Händler erkannte einige von ihnen. Es waren seine Sklaven, die sich nunmehr offenbar für ehemalige Sklaven hielten. Angeführt wurden sie von einer Menschenfrau, die vor einigen Monden noch in seinen Diensten gestanden hatte, bevor er sie zu einem ordentlichen Preis an Haus Claddath verkauft hatte. Das sagte dann wohl auch etwas über das Schicksal aus, das dieses Haus genommen hatte. Ein Blick über die Ruinen der Stadt sagte, dass es wohl nicht das einzige Adelshaus war, dem es so ergangen war.

Womöglich hätte man es auf einen Kampf ankommen lassen können. Sicher, einige seiner Wachen, hätten dabei ihr Leben ausgehaucht, aber wie schnell konnten dieses Pack schon die Armbrüste nachladen? Der Riviil-Anführerin der Bagage schien jedenfalls nicht daran gelegen zu sein, es auf einen Kampf ankommen zu lassen, denn offenbar hatte ihre Truppe in den letzten Zyklen eine Menge durchgemacht. Die Gesichter waren grimmig, aber auch von Erschöpfung geprägt. Da ging es seinen Wachen allerdings nicht viel anders, denn Ruhe hatte in Anbetracht der angespannten Lage im Keller niemand von ihnen gefunden.

Am Ende wurde verhandelt. Die Riviil berichtete, was in den letzten Tagen vor sich gegangen war. Von 30.000 Drow war nur noch ein Bruchteil übrig. Was die Steinfeuerbomben der Duergar nicht vernichtet hatten, wurde durch eine gigantische Wächterspinne zerstört, die das Konzil herbeirufen, aber nicht hatte kontrollieren können. Wer konnte, floh aus der Stadt. Wer blieb, lief Gefahr, Opfer von Monstern zu werden, die die Stadt heimsuchten. Ched Nasad war am Ende.

Während die Ilythiiri fassungslos zuhörten, im Klaren darüber, dass das Gesagte der Wahrheit entsprechen musste, fuhr die Riviil gnadenlos und pragmatisch fort. Zusammen hätte man eine Überlebenschance. Man müsste sich zusammentun, nehmen, was man kriegen kann, aus dem Keller des Händlers – wohl der Grund, aus dem sie dort aufgetaucht war – und was sonst noch in Reichweite zu finden war und dann: nichts wie weg. Angeblich bildeten sich bereits größere Flüchtlingslager in den entfernteren Tunneln.

Und von dort weiter nach Eryndlyn und dann lasse ich euch alle auspeitschen und die Haut abziehen, dachte sich der Händler. Aber dazu sollte es nicht kommen. Ebenso wie vieles andere, was er sich während der nächsten Monate so erhofft hatte. Diese seltsame Allianz aus Drowsöldnern und freien Sklaven erwies sich als außerordentlich schlagkräftig und ertragreich, sowohl was die Versorgung der Gemeinschaft als auch die Wehrhaftigkeit in den Tunneln betraf. Und die Truppe wuchs weiter. Es kamen Ilythiiri hinzu, aber nicht in wesentlich höherer Zahl als Angehörige niederer Rassen, die die Gruppe „bereicherten“. Das sorgte für ein fein austariertes Gleichgewicht, das vor allem darauf basierte, dass sich niemand, absolut niemand über den Weg traute – ganz so, wie sich das für das Unterreich gehörte.

Das Problem: mittlerweile war selbst die Zahl der Drow zu groß, als dass sie noch irgendwo hätten unterkommen können. Die Überlegungen des Händlers, sich mit den anderen Ilythiiri nach Sschindylryn abzusetzen, scheiterten, als sie hörten, dass die Stadt dicht gemacht hatte und keine weiteren Flüchtlinge aufnahm. Die mächtigen Händler der Stadt hatten kein Interesse an verarmten und heruntergekommenen Volksgenossen, die Priesterinnen der Spinnenkönigin betrachteten nach den Katastrophen in Maerimydra und Ched Nasad, sowie der Belagerung Menzoberranzans alles, was von außen kam, als potentielle Gefahr für ihre ohnehin schwindende Macht.

Und der Händler selbst? Er musste sich eingestehen, dass er sich in der Rolle des Anführers dieser Karawane durchaus gefiel. Über die Zeit hatte sich eine gewisse Hierarchie etabliert und ganz unten standen jene, die sich nicht recht in die Gemeinschaft einfügen wollten. Strafe für Diebstahl oder anderweitige Störungen des zerbrechlichen Friedens wurden sofort geahndet. Entweder durch Tod oder – Versklavung. Das führte zu teils interessanten Konstellationen, in denen ehemalige Sklaven plötzlich selbst zu Sklavenhaltern wurden. Der Händler selbst verfügte bald schon über eine ganze Reihe von Dienern. Über weite Strecken wurde er in einer annehmbaren Kutsche befördert. Wo das Gelände unwegsamer wurde, tat es eine Sänfte. So strapazenreich die Reise auch war: er genoss hier mehr Macht und Luxus als er in Ched Nasad auf sich vereinen konnte.

Und doch gab es einen Wermutstropfen. Er saß nicht allein in der Kutsche.

Er schlug die Augen auf, sah sich seine ehemalige Sklavin an, die übellaunig aus dem Fenster zu den vorbeiziehenden, groben Felswänden der Tunnel blickte. Sie hatte es weit geschafft in dieser Zeit. Machtbewusst, eiskalt und durchsetzungsstark hatte sie die Herrschaft über die Nicht-Drow übernommen. Gegen jene, die aufbegehrten, ging sie derart rigoros vor, dass selbst manche Yathrin neben ihr harmlos erschienen wäre. Der Händler ertappte sich dabei, wie er eine gewisse Bewunderung für sie aufbringen musste. Und gleichzeitig musste er sich eingestehen, dass er sie fürchtete. Denn er war genauso abhängig von ihr, wie sie von ihm. Dass sie gemeinsam in der Kutsche reisten, war letztlich auch nur ein Symbol dieser gegenseitigen Abhängigkeit, auf das sie bestanden hatte.

Und so hatte es einige Überzeugungsarbeit gebraucht, um sie zu dieser Reise zu bewegen. Auf Dauer hatte der Händler nicht vor, weiter kreuz und quer durch das Unterreich zu reisen. Er sehnte sich nach dem Luxus eigener vier Wände, die mehr Privatsphäre boten als das große Zelt, in dem er lebte, wenn sie mal für ein paar Tage an einem Ort blieben.

Die Riviil indes hatte keinesfalls vor, sich wieder in die Knechtschaft unter einer Drow-Majorität zwingen zu lassen und ebenso ging es den übrigen Nicht-Drow. Womöglich wäre Schädelhafen eine Option gewesen, aber als der Händler schließlich von einem Handelsposten weit im Osten erfahren hatte, an dem es dem Vernehmen nach nur ein eher schwächeres Haus der Ilythiiri gab und der sich ansonsten ganz dem Handel verschrieben hatte, erschien ihm dies recht verheißungsvoll. Er hatte die Menschenfrau nur noch überzeugen müssen, mit auf die Reise zu kommen. Danach konnte sie ja mit den ihren woanders hin gehen, sollten die Augen örtlicher Sklavenhändler und -jäger gar zu sehr funkeln. Für ihre Mühen würde sie entschädigt und – wer weiß – vielleicht konnte sie ja danach an die Oberfläche und dort ein neues Leben beginnen. Oder irgendwo in einem Tunnel krepieren.

Nur noch ein paar Zyklen und es würde sich zeigen, wie warm der Empfang sein würde, den man ihnen bereitete. Eines war klar: sie würden sich nicht abweisen lassen.

Er schloss die Augen wieder, stellte sich die Karawane vor, in deren Mitte er reiste. Wie sie sich durch die Gänge des Unterreichs schlängelte. 174 Seelen. Die überwiegende Mehrheit wehrfähig. Davon ein guter Teil ausgebildete Kämpfer. Und dann war da noch der Svirf…

Sie würden sich nicht abweisen lassen. Als hätte die Menschenfrau seine Gedanken erahnt, wandte sie ihm den Blick zu und für einen kurzen Moment wich die schlechte Laune und auf ihre Lippen zeichnete sich ein zynisches Lächeln voller Hintersinn.
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8 Monate 1 Tag her #5176 von dying_despot
Die fünfte Tochter

Verrat. Mit keinem anderen Wort ließ sich umschreiben, was sie empfand. Es hatte seine Zeit gedauert, eh sie zu diesem finalen Schluss gekommen war. Am Anfang war es nur ein keimender, unheilvoller Gedanke gewesen, der sie fürchten ließ, gleich im nächsten Moment zu etwas Grausigem zu mutieren. Doch dies blieb aus. Auch dann als der Gedanke wuchs, genährt durch die Erkenntnisse, durch die Widerspiegelung der immer gleichen, intensiven Bilder. Feuerriesen und Dämonen, die sich durch die Ilythiiri-Reihen ihrer Bevölkerung metzelten.

Doch nicht der Verrat Duneth Wharreils war es, der ihr so zugesetzt hatte. Wie hätte sie dies schon in solche Zweifel stürzen können? Nein… der Verrat, den sie spürte, war stärker, tiefgreifender…
Lloth hatte sie verraten. Sie hatte ihre Priesterinnen verraten. Die Ilythiiri verraten. Maerimydra verraten. Sie zuerst dem Halbscheusal Kurgoth überlassen, dann den Anhängern Kiaransalees. Die Tochter spürte den Zynismus der Lehren, die sie von Kindheit an gnadenlos eingetrichtert bekommen hatte, demselben Zynismus, dem ihre Mutter und Schwestern noch folgten, als sie von den Riesen zermalmt wurden. Lloth lässt keinen Platz für Schwäche. Sich dieser Übermacht an Feinden nicht erwehren zu können, zeugt allein davon, dass die Ilythiiri nicht stark genug waren und demnach hatten sie den Tod verdient.

Wie paradox. Über Jahrtausende wächst eine Lloth-gefällige Gesellschaft unter der Herrschaft der Priesterinnen, die sich durch ihre Bindung an die Spinnenkönigin legitimieren und die Weisheit und Macht, die sie durch Gebete erhalten. Dann werden sie dieser Macht beraubt und somit in ihrer Wehrhaftigkeit eingeschränkt und schließlich… vernichtet. Was wenn sie Bestand gehabt hätten? Was wenn sich gezeigt hätte, dass man, auch ohne der Spinnenkönigin zu huldigen, durchaus im Stande ist, sich aller Feinde zu erwehren? Wozu zu Lloth beten? Vor ihrem Schweigen oder danach?

Ihre Mutter war tot. Ihre Schwestern waren tot. Sie war nun Mutter Oberin ihres Hauses und damit Mutter Oberin von gar nichts, denn nichts war von ihrem Haus geblieben. Nur sie war noch übrig. Oder vielmehr der Schatten, zu dem sie geworden war. Wie durch ein Wunder hatte sie die Geschehnisse in Maerimydra überlebt und ihr war die Flucht geglückt. Sie hatte sich einer Gruppe Flüchtlinge angeschlossen. Als fünfte Tochter eines kleinen Hauses sollte sie nicht weiter auffallen und das war auch besser so. Denn sie vernahm durchaus, dass sich der Zorn der Ilythiiri nicht allein gegen die Angreifer richtete, sondern auch gegen die Priesterinnen, die die Stadt nicht hatten beschützen können. Anfangs hatte sie sich noch beherrschen müssen, nicht voller Zorn zu reagieren. Aber was hätte es ihr schon eingebracht? Es gab niemanden, der ihren Zorn durch Peitschenhiebe durchsetzen würde, der den Ketzern die Klinge in den Leib stoßen konnte. Und als sie schließlich erkannte, dass ihr Zorn nicht aufrichtig war, arrangierte sie sich damit und richtete ihn in entgegengesetzte Richtung: gegen Lloth selbst. Sie spürte zwar, als deren Schweigen endete, doch sie hatte mit der Dunklen Mutter gebrochen. Nie wieder würde sie ein Gebet an sie richten. Nie wieder.

Der fünften Tochter kam zugute, dass sie eine befähigte Kämpferin war, überaus geschickt und hinterlistig obendrein. Das sollte ihr das Überleben in denen Reihen jener sichern, die sie begleitete. Aus der ehemals größeren Flüchtlingsgruppe hatte sich ein besonders kampfstarker Teil rausgelöst, der sein Glück nun als fahrende Söldnerbande in die Hand nahm. Hier und da boten sie reisenden Händlern Schutz an und sollte ein solches Angebot abgelehnt werden, sorgten sie dafür, dass der Fehler daran erkannt wurde.

Nach dem Schweigen der Lloth und einigen dubiosen Kontakten verlegte sich die Truppe darauf, die Gewinnmargen ihrer Unterfangen nochmal zu erhöhen. Es drehte sich dabei um Namen, hauptsächlich von Händlern, aber nicht ausschließlich. Es sprang einiges dabei raus, die genannten Personen auf die ein oder andere Weise aus dem Verkehr zu ziehen. Die fünfte Tochter war selten in die Anbahnung solcher Geschäfte verwickelt, aber sie war nicht dumm und bald schon mutmaßte sie, dass es – neben der Tatsache, dass sie jemand tot sehen wollte - eine Parallele zwischen den Opfern existierte: sie waren allesamt entweder Angehörige namhafter Adelshäuser oder deren Kollaborateure.

So weit war es also gekommen. Sie mordete jene, die der Spinnenkönigin ergeben waren. Und… ihr gefiel es.
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7 Monate 1 Woche her #5240 von dying_despot
Der im Dunkel

Blingdenstein, 1371 Taliser Zeit

Schreie der Ersterbenden, der Hingeschlachteten. Schreie seiner Freunde. Schreie jener, die er liebte.

Der Pilzhändler, bei dem er vor wenigen Stunden die Zutaten für das Essen geholt hatte. Ihm fehlte das halbe Gesicht. Seine Körbe waren umgestürzt, der Boden besudelt mit seinem Blut, das zusammen mit den zerquetschten Pilzen einen Brei gebildet hatte. Fliehende waren darauf ausgeglitten, den Verfolgern zum Nutzen.

Der Geruch war bestialisch, vernebelte ihm die Sinne ebenso wie die grausige Kakophonie aus Schreien, Kreischen, Weinen, Wimmern. Er musste sich erbrechen. Er tat es im Laufen, besudelte sich dabei selbst. Er musste zum Markt gelangen. Alles andere zählte nicht.

Eine Gruppe kam ihm entgegengerannt. Der schieren Panik verfallen, drohte sie, ihn zu überrennen, doch der eigentliche Schrecken folgte ihnen. Mit einer Geistesgegenwart, die aus Instinkt geboren war, sprang er zur Seite und wälzte sich über den toten Pilzhändler hinweg, um still zu verharren, während er versuchte, einen Blick auf die Gesichter der Gnome zu erhaschen. War Idda dabei? Und hatte sie die Kleinen bei sich?

Er erkannte manche der Gesichter, auch wenn sie zu furchterfüllten Fratzen verzogen waren. Er kannte sie aus einer anderen Welt als dieser: fröhlich, traurig, streng, missbilligend, aufmerksam, ernst, freudig, gleichmütig. Doch diese Welt war tot.

Er duckte sich tiefer, um der Aufmerksamkeit der achtbeinigen Monstrosität zu entgehen, die die Gruppe jagte. Viel zu schnell. Viel zu schnell. So fokussiert darauf zu töten, zu schlachten, nach so vielen Leben gierend, dass ihr der tote Gnom, den er darstellte, entging. Er war nur einer und die, die rannten, animierten die Kreatur zu sehr.

Kaum dass sie ihn hinter sich gelassen hatte, sprang er auf, um seinen Weg fortzusetzen. Die Leichen auf der Straße ignorierte er. Ließ alle hinter sich. Den Wasserträger, die Kräuterkundige, den Steinschleifer, den Priester. Er wollte nur zu Idda… zu Idda und den Kleinen. Er setze über den Kadaver einer Svrifneblin hinweg, die von Spinnenweben auf den Boden genagelt worden war, bevor ein Spinnenbein ihren Leib durchbohrt hatte.

Seinen weit aufgerissenen Augen entrannen Tränen. Sein Herz indes war noch nicht bereit, der dunklen Befürchtung anheimzufallen, die malträtierend an die Tore seines Verstandes hämmerte, um Einlass zu begehren. Abermals Schreie hinter ihm, die schnell erstickten. Der Spinnendämon hatte die Fliehenden erreicht. Jetzt waren sie tot.

Er gelangte zum Marktplatz.

Salz brauchen wir.

Törichter Narr.

Er hatte das Salz vergessen.

Er erreichte den Marktplatz oder das, was davon übrig war. Das Treiben war nie sehr emsig gewesen. Es ging hier immer ruhig und gesittet zu. Man unterhielt sich, man handelte, ohne großes Schachern. Manchmal wurde der neuste Klatsch ausgetauscht, manchmal wurde gelacht, selten wurde laut gelacht. Nun würde hier nie wieder gelacht.

Idda. Er sah sie beim Salzhändler. Er erblickte sie, törichter Narr, der er war. Sie und die Kleinen. Diese Welt war tot. Seine Welt war nun tot.

Er wandte sich nicht um, weil er das Geräusch hörte. Er hatte sich nur abwenden wollen, um danach noch einmal hinzusehen, darauf hoffend, sie würden dann wieder stehen. Seine Familie würde dort sein und sich unterhalten, handeln, lachen… vielleicht. Er sollte nicht mehr dazu kommen, diese Enttäuschung zu erleben. Es traf ihn direkt am Kopf, an den Augen… blind taumelte er zurück, fiel. Das letzte Geräusch, was er hörte, war das verderbte Klackern des Spinnendämons, der sich umwandte. Irgendwo waren noch mehr Leben zu nehmen. Er hingegen würde tot werden wie seine Welt, überwältigt von Schmerz, versunken in Schmerz. Sein Hinterkopf schlug auf den Boden. Vorbei. Zum Glück.

Törichter Narr.
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6 Monate 3 Wochen her - 6 Monate 3 Wochen her #5285 von dying_despot
Der Händler und das Geschenk

„Zeigst du so deine Dankbarkeit, Zaphor?“

Die Stimme des Händlers war leis, ein Hauch der Enttäuschung lag darin. Doch war diese nur vorgeblich, nur ein wenig Theatralik als Einstimmung für das, was kommen würde. In der Mitte des Zimmers kniete ein Ilythiiri, seine Hände in Fesseln gelegt, der Blick starr zu Boden gerichtet, während sich der Händler hinter ihm auf und ab bewegte mit gemessenem, geruhsamem Schritt.
„Das Prinzip dieser Gemeinschaft scheint sich dir nicht eingeprägt zu haben. Und doch… doch, ich verstehe dich.“

Der Händler ging zum Tisch, auf dem ein Kissen lag. Und auf dem Kissen wiederum lag jenes Stück, das für all die Aufregung gesorgt hatte. Er selbst kannte es nur von Gerüchten, hatte es im Grunde für nicht mehr als einen Mythos gehalten, eine Blüte, die die Fantastereien der Zeit der Sorgen getrieben hatten. Und nun hatte ein Zufall oder vielleicht das Schicksal selbst das Collier in seinen Besitz gebracht und mit ihm den sagenhaften Edelstein, der als Auge des Sturms bekannt war. Der Karawanenwächter namens Zaphor hätte diese schicksalhafte Begebenheit beinahe abgewendet, doch wie es mit Fügungen so war: begünstigten sie eben noch den einen, bald schon den anderen. Der Händler griff das Collier mit beiden Händen, spürte das Gewicht und hob es hinauf, so dass er sich unmittelbar dem türkisfarbenen Stein gegenübersah, dessen Geschichte bis an den Anfang der Zeit selbst zurückreichte.



„Es ist außergewöhnlich“, hauchte der Händler. „Wer würde es nicht begehren? Wer würde ihm nicht erliegen und es für sich wollen?“

„Jabbuk, es war nicht meine Absicht…“, unternahm Zaphor einen Versuch, zu einer Rechtfertigung anzusetzen. Ein mächtiger Faustschlag traf seine Wange, ausgeführt von Zuram, der – je nach Auslegung – noch sein Vorgesetzter war. Diese ganze Geschichte hatte Zuram in besonderer Weise zugesetzt. Dass es einer seiner Sargtlin war, der einen derartigen Verrat begangen hatte, untergrub seine Autorität, rückte ihn in ein unvorteilhaftes Licht gegenüber seinem Herrn und gegenüber der ganzen Karawane. Natürlich hatte sich bereits herumgesprochen, dass einer der Karawanenwächter einen Diebstahl begangen hatte oder vielmehr eine „Vorenthaltung“, wie sie das bei der Karawane nannten.

Dabei führte der Händler kein hartes Regiment. Er bestand nicht auf einer alles durchdringenden Hierarchie, an deren Spitze er stehen wollte. Er hatte nicht einmal große Lust auf Verantwortung oder Macht. Ihn interessierte in erster Linie der Profit. Dummerweise waren die einträglichen Geschäfte, die er gezwungenermaßen jetzt verfolgte, an ein gewisses Gebaren gekoppelt und das bedeutete, dass er die paar Regeln, die es gab, auch durchsetzen musste. Und nun lag der Missetäter am Boden, ächzend vor Schmerz, zitternd vor Furcht.

„Nicht doch, Zuram, lass ihn sprechen“, meinte der Händler gleichmütig, legte das Collier wieder auf das samtene Kissen und griff sich einen Gegenstand, der danebenlag.

Zuram zerrte den bemitleidenswerten Zaphor wieder auf die Knie und gab dem Gefangenen einen – für Zurams Verhältnisse – fast schon zärtlichen Klapps auf den Hinterkopf als Aufforderung, dem Jabbuk zu antworten. So entfacht, überschlug sich Zaphor beinahe in seinen Erklärungen.

„Es ging alles so schnell! Wenn Ihr es nur gesehen hättet, Herr! Kaum dass wir den Gnom festgesetzt hatten und das Collier sichergestellt, tauchte der Drache auf! Gelryn und Bethym wurden von seinem Atem getroffen. Das Fleisch schmolz ihnen von den Knochen. Ich wurde zur Seite geschleudert. Zuletzt sah ich nur den Gnom. Danach wachte ich hier auf… ich wusste nicht, dass ich die Kette bei mir trug!“

Zaphor bildete sich den Drachenangriff nicht ein. Von den anderen Karawanenwächtern war kaum etwas übriggeblieben, aber genug, um Mutmaßungen darüber zu treffen, was sie erwischt hatte. Unklar blieb, warum Zaphor noch am Leben war und der Gnom vollkommen unversehrt – abseits davon, dass er offenkundig blind war. Der Umstand, ein halbes Dutzend Wächter und ein Dutzend Arbeiter verloren zu haben, wäre an sich ein Desaster gewesen, aber Malyks Geschenk war mehr als eine angemessene Entschädigung. Eigentlich hatten sie gar nicht in die Nähe von Ched Nasad zurückkehren wollen. Die Gegend war viel zu gefährlich und es war davon auszugehen, dass die Trümmer der Stadt bereits geplündert worden waren, woran der Händler einen gewissen Anteil hatte. Aber nachdem sie auf halbem Weg nach Mantol Derith erfahren hatten, dass der Ort vorläufig dicht gemacht worden war, hatte der Händler die Karawane kehrtmachen lassen und Eryndlyn als neues Ziel erkoren. Da konnten sie, nachdem er von weiteren Wertgegenständen gehört hatte, die sich an unmöglichsten Orten Ched Nasads befanden, genauso gut den kleinen Umweg dahin in Kauf nehmen. Tatsächlich war es den Angehörigen der Karawane gelungen, einiges an Beute zu machen. Die Bergungsmission, der Zaphor angehört hatte, sollte indes die letzte in den Ruinen der Stadt sein, bevor es an die Weiterreise gegangen wäre. Und dann tauchte der blaue Drache auf, der unter dem Namen Krashos bekannt war und sich offenbar in der Gegend eingenistet hatte.

„Jabbuk“, flehte Zaphor, „was sollte ich mit der Kette denn tun? Ich bin nur ein Sargtlin! Ich kenne doch niemanden!“

Der Händler musste unwillkürlich lachen – ein wahrhaft seltenes Ereignis –, umfasste den Gegenstand in seiner Hand fester. Leicht spöttelnden Tons gen Zuram, dem eine ungesunde Mischung aus Ungeduld und Zorn ins Gesicht geschrieben stand, erwiderte er:

„Hört, hört! Der Mann hat Sinn für’s Geschäft. Fürwahr… was hätte er tun sollen? Der arme Sargtlin mit diesem unbezahlbaren Stück.“ Die Hand des Händlers grub sich tief in das zerzauste Haar des gefangenen Wächters und riss diesen zurück. Im selben Moment legte er die Klinge des Dolches an Zaphors Kehle. Der Händler beugte sich hinab, brachte seinen Mund nah Zaphors Ohr.

„Dies ist ein magischer Dolch. Du selbst hast ihn vor einigen Monaten aus den Ruinen Ched Nasads geborgen. Ein beachtliches Stück, offenbar aus dem Fundus von Matronin Talabrina Claddath.“

Zaphor war stocksteif, atmete nicht mehr. Nun, mutmaßlich mochte das schon als Einstimmung auf das Kommende dienen, wenn er nie wieder atmen würde.

„Er gehört dir“, meinte der Händler dann leichthin und nahm den Dolch von Zaphors Hals. „Zuram, löst seine Fesseln.“

Nachdem der Anführer der Sargtlin zwar ohne Fragen, aber mit deutlichem Unverständnis der Aufforderung nachgekommen war und Zaphor unter mehrfacher Beteuerung seiner Dankbarkeit das Zelt des Händlers mitsamt dem wertvollen Dolch verlassen hatte, zeigte sich der Händler abermals gnädig, indem er Zuram eine Erklärung gab:

„Wie viel Gold habe ich in diesen Kerl gesteckt? Er ist erfahren, hat seinen Nutzen mehrfach unter Beweis gestellt. Wir werden schon eine Begründung finden, warum wir ihn laufen ließen. Der nächste wird umso härter bestraft.“

Zuram war mit dieser Darlegung offenbar nicht zufrieden. Andererseits: wenn wirklich die Chance bestand, durch Zaphors Überleben den Ruf der Karawanenwächter unbeschädigt zu halten, sollte es eben so sein. Indes der Händler wieder zum Tisch ging. Seine Hand strich über das Collier, über die Glieder der schweren Electrum-Ketten. Sein Zeigefinger fuhr über einen der tropfenförmigen Turmaline.

„Und der Gnom? Sollen wir ihn erledigen?“, fragte Zuram mit seiner tiefen, spröden Stimme.

„Nein, belasst ihn in Ketten und in seinem Käfig. Stellt Männer für ihn ab. Sie sollen ihn rund um die Uhr bewachen. Der Drache wollte Malyks Geschenk und für gewöhnlich bekommt ein Drache, was er will.“

Und dann war der Händler allein. Allein mit dem Collier. Fast zaghaft und ein wenig ehrfurchtsvoll berührte er den gigantischen Edelstein und spürte das leichte Kribbeln an seinen Fingerkuppen. Die Wege des Schicksals waren seltsam. Sie hatten ihm ein Geschenk bereitet, obgleich es nur ein flüchtiges sein würde. Denn er hatte nicht vor, es zu behalten. Er würde es investieren, wenn die Zeit gekommen war.

Und… wenn der Preis stimmte.

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2 Monate 3 Tage her #5797 von dying_despot
Der Händler und die Priesterin

„Was sagt Ihr dazu?“, fragte der Händler in gewohnt unaufgeregtem Tonfall, während sein Blick die Kaverne durchstreifte bis hin zu jener ungewöhnlichen Felsformation, derentwegen so ein Aufhebens entstanden war. Eines, das ihm persönlich zuwider war, denn Aufhebens bedeutete meist eher Bremsen statt Beschleunigen. Er hatte selbst eine ganze Weile gebraucht, bevor er verstanden hatte, was die Arbeiter meinten und auch jetzt noch konnte er aufgrund der schieren Größe des Gebildes nur erahnen, was die Konturen des harten Steins dort bildeten. Zweifellos war es ein Zufall, eine Laune der Natur, des Gesteins. Für ihn stand das fest, aber für den Vorarbeiter war es ein Zeichen gewesen. Und wenngleich der Händler durchaus gefürchtet wurde und ihm ungern schlechte Nachrichten überbracht wurden, gab es Dinge, die noch mehr gefürchtet wurden.

„Lolth‘ erweist uns ihre Gunst“, sprach die Frau neben ihm in genau jener Mischung aus beglückter Fassungslosigkeit und religiösem Eifer, die der Händler befürchtet hatte. Die Augen der Priesterin leuchteten regelrecht. Kurz ärgerte er sich, dass er die Spinnenweben nicht hatte still und heimlich entfernen lassen, da jene doch den Effekt noch verstärkten. Er schwieg sich aus, während sich die Frau ihrer Begeisterung hingab und gerade eine Art Epiphanie erlebte, beinahe lustvoll. Sie konnte den Blick nicht von dem steinernen Konstrukt abwenden, während sie beiläufig sprach: „Ihr tatet gut daran zu mir zu kommen. Wer weiß noch davon?“

„Ein halber Dutzend Arbeiter. Sie kamen direkt zu mir“, erwiderte er und versuchte, sich nochmal zu konzentrieren. Er kniff die Augen ein bisschen zusammen, in der Hoffnung dadurch vielleicht die Besonderheit zu erkennen, die für soviel Furore sorgte. Doch es blieb alles beim Alten. Ja, es war ein wenig sonderbar, aber selbst die Yathrin musste doch erkennen, dass es ein Zufall war. Aber dem stand wohl eine gehörige Portion Fanatismus im Weg.

„Niemand darf davon erfahren. Ich allein werde die Höhle von nun an betreten.“ Da der Händler nicht auf ihre Ansage reagierte, verschärfte sie ihren Tonfall. „Versteht Ihr mich, Tenszar?“
Das war gewiss ein schlechter Zeitpunkt, um der Yathrin zu widersprechen. Sicher, jeder Zeitpunkt war dafür ungeeignet, aber in der feinen Abwägung der unpassendsten Momente schien dieser hier weit vorn mitzuspielen. Aber so einfach wollte es der Händler nicht auf sich beruhen lassen. Er hatte die Szenarien durchkalkuliert und durchaus schon in Betracht gezogen, dass die Priesterin derart… euphorisch und wenig diplomatisch reagieren könnte.

„Ich werde mich des Schweigens der Arbeiter versichern. Gleichwohl braucht es eine Kompensation. Wir hatten bereits einige Aufwendungen hier, um die Höhle gangbar zu machen. Wir müssen nun an anderer Stelle neu anfangen.“

Die Yathrin schnaufte verächtlich. Wie konnte dieser Wurm es wagen, im Angesicht dieser glorreichen Entdeckung nur an seine gottlosen Pläne zu denken, sein Geschäft und sein Fortkommen? Aber es gab Gründe, diesen Wicht nicht auf der Stelle zu zerschmettern. Eine Schuld, die Haus Teh’Kinrellz, auf sich geladen hatte. Ein Handel, der in den Ruinen Ched Nasads entstanden und recht einträglich für das Haus der Priesterin gewesen war. Dass sie allein indes den Preis zu zahlen hatte, war freilich eine Sache, die ihr mehr als bitter aufstieß. Nicht gegen die Karawane zu predigen und sie und das Agieren des Händlers politisch zu dulden, ließ sich zähneknirschend bewerkstelligen, obwohl die schiere Anzahl an gewiss nicht Lolth-ergebenen Kreaturen in Tenszars Gefolgschaft sie anwiderte. Aber wie hatte dieser Mistkerl es nur wagen können, Malyks Geschenk nicht nur ihrer Familie und schließlich ihr selbst vorzuenthalten, sondern es an die erstbeste Schlampe zu geben, die ihm in Barrighym über den Weg gelaufen war? Wie hatte er Shry Avithoul das Collier geben können? Dieser verdammte Bastard…

Und nun versuchte er also auch noch, sie zu erpressen und ja, er würde damit durchkommen. Denn dieses Geheimnis war es wert, dass sie ihren Stolz runterschluckte. Wenn dann ihr Werk vollendet war, würde sie sich seiner schon annehmen.

„Gewiss, Tenszar, Ihr werdet für alles entschädigt werden", säuselt die Yathallar jovial, nicht ohne ein siegesgewisses Lächeln auf den Lippen.
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