[Kor'lyn Winterbiss] Briefe

Mehr
9 Monate 2 Wochen her - 8 Monate 3 Wochen her #5108 von Frostrabe
Mein liebes Kind,

mit Freude und Ruhe im Herzen, lese ich Deine Briefe. Du scheinst viel zu lernen und Abenteuer zu bestehen. Achte auf Dich und iss genug! Du neigst zu gewissen bekannten Tendenzen.

Dein Vater lässt Dich von Herzen grüßen und die restliche Truppe sendet Dir ebenfalls ihre besten Wünsche! Gandr und Valur haben sich inzwischen geeinigt, was Deine Felle betrifft. Sie haben eine Art unheimliche kleine Höhle damit konstruiert, in der sie abwechselnd schlafen und spielen. Sie vermissen Dich sehr und streiten immer wieder darum, wer den Wyrm befreien und wer die Prinzessin besiegen darf.

Ich lege Dir noch ein Rezept bei, welches uns immer gesättigt und warm durch die weniger guten Zeiten gebracht hat. Die Mengen passt Du eben an das an, was Du zur Verfügung hast. Wie gewohnt von oben nach unten – von viel nach wenig.




Ich freue mich auf Deinen nächsten Brief und schicke Dir eine warme Umarmung.
Gib auf Dich acht!

- Mama

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen
Letzte Änderung: 8 Monate 3 Wochen her von dying_despot.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
9 Monate 6 Tage her #5115 von Frostrabe

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
8 Monate 4 Wochen her #5122 von Frostrabe
Mein Liebes,

ich hoffe sehr, dass Dir der Brief Deines Vaters ein Lächeln gezaubert hat und schicke gleich einen weiteren hinterher. Er lässt wahrlich keine Gelegenheit aus, um mit stolzgeschwellter Brust von Dir zu erzählen. Ich glaube ja, je älter er wird, desto stolzer wird er auch. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, aber manches Mal doch reichlich anstrengend.

Sorge Dich nicht so sehr, Kind. Mein Herz wird das schon verkraften. Zwar kann ich nicht behaupten, wirklich vorbereitet zu sein, doch werde ich die Erinnerung an unsere Jahre immer mit einem Lächeln im Herzen weitertragen. Das Leben hier hat mich stark verändert. Ich wurde ruhiger, besonnener. Ich bereue so vieles, was ich tat und so manches wirst Du in meinem Buch nachlesen können. Es war nicht immer leicht. Ganz im Gegenteil. Es war eine unglaubliche und fordernde Zeit, die mich häufig an den Rand der Verzweiflung und darüber hinaus brachte. Vielleicht helfen Dir diese Erinnerungen an meine „glorreiche“ Zeit, um nicht die selben Fehler zu begehen. Ich bin zuversichtlich, dass Du Deinen Weg findest, ohne mir all zu viel gleich zu tun.

Was machen Deine Künste? Ich könnte wohl mal in die Nähe kommen – oder kommst Du für einen Besuch nach Hause? Ich weiß nicht, wie lange wir noch hier bleiben werden, obwohl wir überlegen, einfach hier zu bleiben und so weiterzumachen, wie bisher. Es zieht niemanden hier wirklich weg – also warum alles hinschmeissen und mühevoll woanders neu anfangen?

Ich schicke Dir noch etwas Kleidung mit, da Du ja inzwischen besser erreichbar bist. Brauchst Du sonst irgendetwas? Die beiden Kleinen sind traurig, dass Du so lange schon weg bist und so schnell wohl auch nicht zurückkommen wirst. Sie fragen noch immer ständig nach Dir und dann erzählt Dein Vater ihnen wieder die Geschichte der Abenteurerin, die anstelle des Prinzen den Drachen befreite und auf ihm davonflog um Aufregendes zu erleben. Er wird dieser Geschichte nie müde. Würde er noch tausend Jahre leben, würde er sie noch so lange erzählen.

Ich habe nie einen Mann erlebt, der mich auf so viele Weisen zur Verzweiflung bringen konnte. Beruhte wohl auf Gegenseitigkeit. Es beruhigt mich zu lesen, dass Du offenbar einigermaßen Anschluss gefunden hat. Ich hoffe man behandelt Dich gut und dass Du jemanden hast, bei dem Du Dich auch mal einfach anlehnen kannst. Ich kenne Deine Unruhe und fühle sie regelrecht bis hier. Lass Dich davon nicht beherrschen und finde einen Ausgleich.

Wenn Dir alles zu viel wird, schließe Deine Augen und atme tief durch. Und nochmal. Und nochmal.
Und kehre heim, in unsere Mitte, lausche den Trommeln, lausche dem Wind, als wäre es eine diese Nächte voller Gesang und Musik, die Du immer so sehr geliebt hast.


Ich hoffe, das Rezept findet Verwendung in solchen Zeiten.
Pass auf Dich auf!

- Mama

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
8 Monate 2 Wochen her #5143 von Frostrabe
...und irgendwo in den unendlichen Tiefen eines mit Unrat vollgestopften Päckchens, fanden sich noch ein paar Zeilen...



Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
8 Monate 1 Woche her #5161 von Frostrabe

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
7 Monate 4 Wochen her #5190 von Frostrabe
Ein stilles Flöckchen in dunkelweißer Nacht



...und da war sie nun, mitten in der Nacht.
Mitten in einem leichten Schneesturm.
Zuhause. Allein.
Und es schmerzte. Sehr.
Waren die Pläne doch noch vor einer Weile ganz...
...
Egal.


Kaum erschien ihr Dasein, den Gedanken abschüttelnd, an der enormen Feuerstelle - wenn man dieses Gebilde von rund 10 Fuß Durchmesser denn noch so nennen konnte – löste sich ein grauer Schatten aus dem vorherrschenden Gestöber und riss sie erbarmungslos zu Boden.
Es presste ihr sämtliche Luft aus den Lungen und der bloße Aufprall wird gewiss ein paar Tage spürbar sein. Noch während sie dumpf knurrend den ersten Faustschlag hinnahm, hörte sie schon: „Ach Du Scheisse...! PrinzessLyn!?!“ ...schon hob sich das Schwergewicht von ihr herunter und zerrte sie auf die Beine. „Sag doch was! Kind...!“ tönte die raue Stimme und umarmte sie herzlich.
Und für einen kurzen Moment griff die Halbelfe zu, griff in die Felle, die sie vor sich hatte und vergrub sich festhaltend darin. So fest, dass von ihrem Gegenüber glatt ein erstauntes „Hrm..?!“ erklang und sich die stabilen Arme umso enger um sie legten und ihr Halt versprachen.
„...is' alles in Ordnung?“ raunte es leise, liebevoll an ihr Spitzohr, doch sie antwortete nicht. Sie hielt die Umarmung einfach aufrecht und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ehe sie sich mit einem leicht gezwungenen Lächeln löste und in das graubärtige Gesicht blickte.

„Danke, Taavi. Ich muss zu Ma'. Ist sie da?“ Ohne dabei auf seine Frage einzugehen. Aber eine Antwort hatte er ja ohnehin nicht erwartet. Dabei wanderte ihr Blick sogleich orientierend umher. Die große Hand legte sich auf die vergleichsweise zarte Schulter. „Du weisst, dass ich zuhöre. Sie ist zu Hause. Schön, dass Du wieder da bist.“ Kam es ein wenig mahnend, aber gütig zurück, ehe sich der Hüne von ihr abwandte und nach einigen Schritten mit dem Schneegestöber verschmolz.

Der warme Atem waberte als Wölkchen vor ihr her und um sie herum, während das wohlbekannte Häuschen angesteuert wurde.
Zum ersten Mal in ihrem Leben klopfte die Halbelfe an jener Tür.
Es dauerte ein wenig, ehe die Türe geöffnet wurde und ein weißes und ein blaues Auge größer werden, doch wie erstarrt emporblickten. Die Tür riss auf und eine kleine, schmale Gestalt schob sich mit weit geöffneten Armen an sie heran.

„...wo kommst Du denn her? Wie... was.... ist alles in Ordnung...?“ Haspelte die leise und raue Stimme der kleinen Elfe besorgt zu ihr hinauf und sah aus trüben, rötlichen Augen hinterher.

„Alles gut, Ma'.“ Erklang die gesellschaftsfähigste Lüge der Welt, leise, irgendwie weniger glaubwürdig als sonst und Lyn schloss ihre Mutter gebeugt in die liebevollen Arme. „Wir brauchen Deine Hilfe.“ Erklang es wispernd.

„Sag einfach, was Du brauchst. Oder ihr. Ich will gar nicht wissen wofür.“ Nach kurzem Zögern, legte sich der weißhaarige Kopf schief. „...Du bist allein.“ Es war kein Vorwurf, keine Frage, nur eine nüchterne Feststellung. „Und was zum Teufel ist mit Deinem Gesicht passiert?!“ Sah sie schockiert zu jenem hinauf, das allmählich ein frohes veilchenartiges Äusseres am hohen Wangenknochen annahm.

Schließlich trat die Halbelfe ein und ließ sich auf das befellte Sofa fallen. Kurz tastete sie über ihr Gesicht und verzog es etwas, als sie den Schmerz spürte und fluchte leise, aber amüsiert auf den Verursacher.
Ihr Vater schlief – das war im ganzen Haus zu hören und sie wollte ihn nicht wecken. Noch nicht. Zuallererst brauchte sie die Schriftrollen von ihrer Mutter, um alsbald wieder aufbrechen zu können.

Es war keine Zeit, um zu reden. Es war keine Zeit, um da zu sein. Es war keine Zeit, um einen Moment zu genießen. Es war... einfach keine Zeit.
Also verlor sie keine.
In jenem Augenblick der traurigen Bewusstheit wurde dieses ganze „Hier sein“ zu einem gewaltigen Kraftakt, den sie nun irgendwie stemmen musste.

Obgleich ihre Mutter zwar skeptisch war ob der Rollen und auch ein wenig besorgt, stellte sie keine Fragen. Sie gab ihrer Tochter das, was sie verlangte und hauchte ihr etwas umständlich einen Kuss auf die Stirn, ehe sie ihr wieder die Tür öffnete.

„Ich werde nichts sagen, aber... er hätte sich wirklich gefreut, Lyn. Bist Du sicher, dass Du...“

Zu mehr kam die kleine Elfe nicht.

Ma' .. bitte. Es fällt mir so schon schwer genug.“ Drang es gezwungen heran. Die Augen glitzerten wie Eiskristalle.

„Pass auf Dich auf, Liebes.“

Dann vernahm man nurmehr Schritte, die in den allmählich stärker aufbrausenden Schneesturm gingen.
Wie gern wäre sie noch geblieben. Wie gern hätte sie ihren Vater geweckt, umarmt, ihm gesagt, dass es ihr gut geht und er sich nicht zu sorgen brauche. Seine liebevollen Hände um ihren Kopf gespürt, ganz so, wie er es immer tat, wenn er ihre Stirn küsste.
Der Schnee hörte auf, unter den Stiefeln zu knirschen.

Plötzlich war der Schneesturm fort. Es wurde dunkel. Also, noch dunkler.

Und mit einem Mal waren da wieder Flocken, die liebevoll tröstend um das herabhängende Haupt tanzten. Leise, inzwischen wohlbekannte, Stimmen drangen an die Spitzohren. Warmes Knistern von Feuerstellen.

Und... natürlich. Palisaden...!

Mit dem Ärmel wurden die Spuren vernichtet, ein schweres Schlucken folgte und der Kopf wurde wieder erhoben, mit einem stoischen, trotzigen Grinsen das Kinn vorgeschoben, ein wenig zufrieden sogar das Veilchen betastet und die Haltung gestrafft.

„Betet zu Euren Götter, wenn Ihr jetzt nicht bereit seid....“ murrte es dumpf aus jener Kehle und von Neuem knirschte der Schnee unter den Stiefeln.

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
7 Monate 1 Woche her #5239 von Frostrabe
Mein Liebes,

Du hast lange nichts mehr von Dir hören lassen, ist alles in Ordnung? Seit Deinem kurzen Besuch, ist ja nun auch schon eine Weile vergangen und ich bin durchaus besorgt um Dich. Besonders in Anbetracht dessen, was Du mitgenommen hast.

Dein Vater weiß von nichts. Auch Taavi hat nichts weitergetragen, obgleich er doch enttäuscht war, dass Du so schnell wieder fort warst. Er wird Deinem Vater auch nichts verraten, er weiß, wie sehr ihn das bestürzen würde und das will hier schließlich niemand. Sein Zustand ist ganz in Ordnung. Der Husten wird nicht besser, die Atmung auch nicht. Dafür wurde sein Humpeln besser. So ist das eben, mit alten Männern. Lass Dir das direkt eine Warnung sein! Du wirst früher oder später einfach dabei zusehen, wie er alt wird. Falten bekommt. Und sich nach und nach für alles rächt, was Du ihm in liebevoll neckender Weise angetan hast! Zu Beginn wirst Du es gar nicht merken, erst dann, wenn Du dem ganzen schon auf den Leim gegangen bist und er sich insgeheim totlacht, weil er genau weiß, wie er Dich irre machen kann!
Und Du wirst es lieben.

Auch wenn ich nicht weiß, ob Du diesen Brief überhaupt noch erhalten kannst, hoffe ich dennoch, dass mich eine Antwort erreichen wird.

Lass bitte bald was von Dir hören! Wir machen uns Sorgen.
Und bitte richte herzliche Grüße aus!


- Ma'





Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
6 Monate 3 Wochen her #5267 von Frostrabe
Nebelschwaden im Kopf


Gedankenverloren beobachtete die Halbelfe die kleinen Rauchschwaden, die da aufstiegen. In ihrem Kopf hämmerte es, dröhnte es, drohte, sie zu zersprengen. Ein Schemen löste sich aus den dichten Schwaden und schenkte ihr ein verheißungsvolles Lächeln. Vielleicht ein wenig anrüchig, vielleicht ein wenig süß – doch in jedem Fall überaus berauschend. Die eisblauen Augen schlossen sich und der Kopf lehnte sich wohlig nach hinten auf die Ziegel; doch selbst so, war der Schemen noch deutlich wahrzunehmen. Ihre Atmung war flach, kam einem schwerfälligen Schleppen gleich, als sie darauf wartete, dass etwas geschah. Und es geschah tatsächlich etwas. Eben noch beugte sich jener schattenhafte Umriss über sie, näherte sich, streckte seine Hand nach ihr aus; da löste er sich in weiteren kleinen Nebelschwaden einfach auf. Die Augen öffneten sich, suchten ihn, blickten verwirrt umher und gerade, als sie anfingen die Sterne in dieser lauen Nacht fixieren zu wollen, tauchte die nächste unwirkliche Gestalt über ihr auf. Überwältigende, begehrenswerte Versprechen flüsternd, von Träumen und Erfüllung schier überquellend. Sie streckte sie Hand nach dem Wesen aus, hoffend, es würde sie wirklich sehen, sie wirklich greifen und all jene gewisperten Versprechen wahr werden lassen. Doch glitt ihre Hand einfach hindurch.

Kaum löste sich ein Schemen vor ihr auf, erwachte der nächste. Wog sie sanft in ihren Vorstellungen und ließ ungeahnte Hitze in ihr aufkeimen. Allerdings immer nur so lange, bis die nächste Rauchschwade sich löste und ein neues Bild erschuf. Es bedeutete keinen Verlust, keine Unzufriedenheit, keine Angst und auch keinerlei Enttäuschung. Man sollte es einfach genießen, so lange es währte. Das tat die Halbelfe und schloss irgendwann wieder mit schleppender Atmung die Augen. Eben noch schöpfte sie diese Momente in jener Nacht noch zur Gänze aus, schon verwoben sich die Schemen zu anderer Gestalt. Hörner… rote Haut… Eismauern… ledrige Flügel… Tod.

Für einen Moment schien es, als würde ihr Herz stehen bleiben. Sie riss die Augen auf, die Wirkung verflog mehr und mehr, die längst erkaltete Pfeife löste sich aus dem Mundwinkel und rollte ein Stück über das Dach. Es dauerte einige blinzelnde Augenblicke – gefühlte Ewigkeiten – ehe sie wieder im Hier und Jetzt war. Noch länger brauchte sie sogar zu begreifen, wo sie überhaupt war und wie sie dorthin kam. Schließlich wacht man nicht alle Tage auf einem Dach auf, wenn der Abend auf einem Balkon geendet hat. Nur langsam kam die Erinnerung zurück. Sie hatte sich in der Schnapsbrennerei gütlich getan, sich verbal ausgekotzt und zog sich dann mitsamt ihrer geangelten Pfeife auf den Balkon zurück, um endlich beruhigten Schlaf zu finden. Jenen Schatz sammelte sie dann auch sogleich wieder vom Dach und begutachtete ihn. Der Große Knaggler schien ihr durchaus wohlgesonnen. Wer sonst konnte behaupten, ein derartiges Stück einfach zu angeln!
Behutsam strichen die kalten Fingerspitzen über den Oktopoden aus Sepiolith. Wenn man genau hinsah, erkannte man sogar die kleinen Tentakel drumherum. Diese Pfeife musste ein kleines Vermögen wert sein und doch hat sie entweder jemand unachtsam verloren oder weggeworfen. Und das unabdingbare Wohlwollen der höchsten Knagglichkeit bescherte ihr das Glück, jene Meerschaumpfeife zu angeln. Wie sollte man da noch zweifeln?

Das sanfte Lächeln in ihrem Gesicht wich urplötzlich, als sie jenes sämtliche Farbe verlor und enorme Übelkeit in ihr aufstieg. Eilig sammelte sie Pfeife und Säckchen ein und hastete vom Dach, um sich in der nächsten unbehelligten Ecke alles… durch den Kopf gehen zu lassen. Was hatte sie sich da nur angetan. War es das wirklich wert?

Die Antwort würde „ja“ lauten, das wusste sie schon jetzt. Denn spätestens in ein paar Tagen, wenn sie weiterhin schlaflos blieb und die Augen nicht mehr schließen wollte, würde sie sich das wieder antun. Der spätere Blick in den Spiegel, machte ihr zwar umso weniger Mut, denn diese geröteten, glasigen und fast pupillenbefreiten Augen, sprachen wahre Bände. Dennoch waren es diese Träume ja irgendwie wert, oder?

Aber sie musste da durch. Für sich. So wie sie jetzt war, war sie nicht fähig irgendjemandem zu helfen, irgendjemandem eine Hilfe zu sein, irgendjemandem Halt zu bieten. Und es gab genug Angebote, die ihr Hilfe versprachen. Doch zunächst galt es, es selbst zu versuchen, schließlich kann man sich nicht immer darauf verlassen, dass jemand da ist, der einem wieder auf die Beine hilft.

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
6 Monate 6 Tage her #5360 von Frostrabe
Liebstes Kind,

wir kommen nicht umhin, zu sagen, dass uns Dein letzter Bericht große Sorgen bereitet. So stolz Dein Vater auch gerade ist, so sehr würde er Dich lieber in Sicherheit wissen. Lade Dir nicht zu viel auf. Es ist nicht schlimm, davonzulaufen, wenn es ausweglos scheint. Das mussten Dein Vater und ich auch lernen. Natürlich ist es nicht leicht, aber es ist keine Schande. Wem nutzt es, wenn man in einem aussichtslosen Kampf sein Leben lässt? Du kannst so viel bewirken, doch musst Du dazu überleben.

Dein Vater hat sich große Mühe gemacht, um ein paar Becher für Euch zu machen. Du kennst ihn ja. Wenn er sich was in den sturen Schädel setzt, bringt man ihn nicht so leicht davon ab. Wir hoffen sehr, dass Euch die Becher gefallen und sie Verwendung finden. Und wenn nicht – wird er es nicht erfahren! Du weisst ja, was hier so alles in den Schränken steht und es wird immer mehr. Ein wenig Motivation und gute Hoffnung bringt Euch vielleicht der Eismet Deines Vaters. Ich hoffe inständig, dass er die Reise im Ganzen überlebt.

Arbeitet nur weiter so gut zusammen, mir scheint, Ihr seid eine tolle Truppe. Das ist unglaublich wertvoll. Nimm das nicht als selbstverständlich hin. Es gibt nahezu nichts wichtigeres, als Leute, auf die Du Dich im Kampf blind verlassen kannst. Ob ihr abseits davon ebenso gut klar kommt, ist wieder eine andere Sache. Nur, weil man gemeinsam zu kämpfen weiß, zu bestehen weiß, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man sich immer einig ist oder in jeder anderen Situation auch auskommt.

Und bemüh Dich auch mal, aus Dir raus zu kommen. Ich kenne Dich, Du lässt es lieber unversucht, weil Du Dir ein Scheitern einbildest. Nicht, dass Du noch eine Gelegenheit verpasst oder durch Nichtstun etwas zerstörst. Das passiert leichter als man denkt. Ich weiß, dass Du rücksichtsvoll bist und Dich nicht aufdrängen willst – aber manches Mal, solltest Du Dich eben doch ein wenig mehr von Deinem Gefühl leiten lassen, als von Deinem Verstand. Von dem ich ohnehin nicht weiß, woher Du den hast. Von uns kann der jedenfalls nicht sein!

Bitte lieber um Verzeihung, als um Erlaubnis.

Taavi und Eeli lassen herzlich Grüßen und haben auch noch eine Kleinigkeit beigelegt, sie sollen Euch ein wenig Glück bringen und Mut machen. Lasst Euch nicht unterkriegen und melde Dich, sobald der nächste Schritt getan ist.



Passt auf Euch auf und kehrt gesund zurück!


Rabe & Wolf



Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
5 Monate 2 Wochen her #5437 von Frostrabe

Welcome to my Freakshow

~ Kor'lyn Winterbiss - Befreit in Märchen lieber den Drachen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.347 Sekunden
Powered by Kunena Forum