Nichts als eine Handvoll Sand in der Hand

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3 Jahre 2 Monate her - 3 Jahre 2 Monate her #3561 von Silberfunken
[Rückblende]

Auf zu neuen Abenteuern! Correlean liebte das Leben und das Leben schien auch ihn zu lieben. Noch jung an Jahren konnte er von sich behaupten, schon vieles gesehen zu haben. Und als er hörte, dass bald eine Expedition zu neuen Ufern stattfinden würde, war er dabei.

An Bord fanden sich neben vielen fleißigen Seeleuten auch viele Wagemutige wieder, die sich genauso wie er zu der Expedition gemeldet haben. Ein in schwerer Rüstung gekleideter hellhäutiger Mensch, an dessen Hals eine Kette mit dem Zeichen von Tymora hing, ein nicht minder schwer gerüsteter Dwar mit zwei Äxten auf seinem Rücken geschnallt, eine junge Hin, die sich so geschmeidig an Bord bewegte, so dass Correlean sich selbst schon eher tolpatschig vorkam, und viele mehr.

Es wurde unter Deck laut geprahlt und gelacht, gutes Pfeifenkraut geraucht und getrunken. Zu viel getrunken. Irgendwann fiel Correlean nur noch auf seinen Schlafplatz und bedauerte sich selbst über die Kopfschmerzen, die ihm am nächsten Morgen gewiss sein werden...

...und sie kamen

[Am gestrigen Tag]

Mühsam bekam Correlean seine Augen auf, ein gleißender Lichtstrahl weckte ihn. Der Wind umspielte seinen nassen Körper, seine Arme waren mit verkrusteten Sand und Rötungen durch die Sonnenstrahlung bedeckt.

Moment..

Mühsam richtete sich der junge Hin auf und rieb sich die Augen. Keine gute Idee, wie er kurz später schmerzlich feststellte, als er sich dadurch den an seinen Händen befindlichen Sand und Salzwasser in die Augen rieb. Kurze Zeit wirkte alles noch mehr verschwommen, als es ohnehin schon war.

Ein Traum? Eine List? Aber selbst Brandobaris wäre wegen dieser Trickserei neidisch, wenn ihm die anderen Wagemutigen einen Streich gespielt hätten.

Momente vergingen, bald eine ganze Stundenkerze.

Correlean begriff, dass dies kein Traum und keine Illusion zu sein schien. Überall am Strand waren Trümmer zu sehen. Schwer zu sagen, von welchem Schiff diese sein könnten. Die anderen Wagemutigen? Die junge Hin? Keiner zu sehen.

Aber da in der Ferne - waren das Stimmen am Strand? Eine kleine Gruppe, sie kam Correlean nicht feindlich gesinnt vor.

Mühsam raffte er sich auf und bewegte sich zu den Stimmen in der Hoffnung, dass ihm auf dieser Insel mehr verbleiben würde als die Handvoll Sand, die er nun langsam auf den Boden rieseln liess...
Letzte Änderung: 3 Jahre 2 Monate her von Silberfunken.

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3 Jahre 2 Monate her #3615 von Silberfunken
Etwas mehr als ein halber Zehntag war nun vergangen, seitdem Correlean auf dieser merkwürdigen Insel gestrandet war.

Die Hoffnung auf eine schnelle Bergung erhielt nach den ersten Gesprächen mit den Inselbewohnern -allesamt auch Gestrandete, wie es schien - einen herben Dämpfer.

Also galt es, mit der Situation nach besten Möglichkeiten zu Recht zu kommen. Gerne hielt er sich dabei in der nähe einer noch provisorischen Taverne auf. Dessen Inhaber und Freunde behandelten ihn gut und gaben ihm nützliche Tips für das Leben auf der Insel.

Auch lernte er bei der erst kürzlich Eröffnung viele interessante Persönlichkeiten kennen der unterschiedlichsten Völker, nur leider keinen aus seinem eigenen Volke. Die Insel veranlasste die meisten anscheinend irgendwie miteinander zu Recht zu kommen, auch wenn Spannungen deutlich spürbar waren.

Eines hatte Correlean jedoch sowohl aus Erzählungen wie auch am eigenen Leibe erfahren. Die Insel, so idyllisch diese auch in einigen Momenten sein konnte, war alles andere als sicher. Schon zweimal mussten seine kurzen Hin-Beine ihn retten und einmal war es beinahe so knapp, dass er beinahe eine Einladung bei Kelemvor persönlich gehabt hätte...

Deswegen entschloss er, dass weitere Strandende nicht den gleichen Gefahren ausgesetzt sein müssten wie er. Am Strand lagen mehr als genug Planken herum. Mit seinem kürzlichen erhandelten Kurzschwert und einem Wurfbeil bastelte er vier provisorische Pfähle, die er an einer Seite leicht anspitzte. Aus einer ramponierten Kiste wählte er die noch halbwegs verwendbaren Bretter. Gefundene Gewandungen und Roben zerschnitt er mit dem Kurzschwert zu Stoffstreifen, mit denen er die Pfähle und Bretter jeweils zu einem sehr provisorischen Hinweis-Schild befestigte.

Nun kam der schwierigste Teil. Wie sollte man allen erkenntlich machen, dass dort eine Gefahr drohte? So ritzte Correlean in zwei der Schilder zwei Zackenreihen, aus denen man ein tierisches Gebiss vermuten könnte. Damit sich das Gebiss vom Hintergrund abheben würde, füllte er die Schnitzerei mit weißer Farbe von den Kreidefelsen aus.
Bei den zwei anderen Schildern bemühte er sich, in etwa eine Spinne zu schnitzen und ebenfalls dies wieder mit Kreide hervor zu heben.
Da ihm die Spinne wesentlich gefährlicher vorkam (immerhin war diese deutlich größer als er selbst), stach er sich mit den Kurzschwert in den Finger und ließ einige Blutstropfen auf die beiden Schilder fallen.
In dem Wissen, dass der nächste Regen vermutlich viel von dem wegwischen würde, stellte er zwei dieser Schilde am Beginn des Südwestgebirges auf und hämmerte deren Pfähle mit einem groben Stein vorsichtig etwas in den Boden. Immer darauf achten, dass sich keiner der Wölfe näherte.
Genauso verhielt er sich an der Stelle nach dem Lager in dem Südostwald,in dem es noch tiefer in den Wald hineinging.

Vielleicht würde es ja einer sehen und davon gewarnt sein.

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