Ein Bericht des Gardisten Larcen fand seinen Weg in die Akten. Darin wurde ein Vorfall am Abend des 24. Hammer 1378 TZ geschildert. Nachdem ein erneutes, diesmal sehr großes Symbol im Hafen vorgefunden wurde, am Haus, in dem der derzeit inhaftierte Sevinus Holt lebt. Es hatte eine Suchaktion am Hafen eingesetzt. Dabei seien auch Zivilisten, etwa der Halbork Thogrim und der Schmied Richard Dämmerstein, hinzugekommen. Die vermummte Gestalt war auf frischer Tat ertappt wurden, von einer Zivilistin und danach von einer Wache. Sie sei im Zuge der Flucht auf ein Dach geklettert. Später habe sich indes herausgestellt, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um Illusionsmagie gehandelt hatte. Es habe dann eine Verfolgungsjagd durch den Hafen gegeben. Die Person sei dann unterhalb der Oberstadt gen Strandfriedhof geflohen, wobei die Verfolgung aufgenommen wurde und der Mann schließlich auf dem Friedhof gestellt werden konnte. Er habe sich ohne Gegenwehr, aber unter beständigen Äußerungen über vermeintliche Unterdrückung und anarchischer Gedanken festnehmen lassen. Beweismittel, mit denen er das Symbol gezeichnet hatte, seien keine gefunden wurden, aber ein schwarzer Fleck an seinem Ärmel, der ob des Geruchs, wie Thogrim feststellte, wohl von der gleichen Farbe her stammte wie das Symbol an der Mauer.
Er sei sodann in den Kerker verbracht worden. Aufgrund beständiger Tiraden und aufwieglerischer Gesänge sei es nötig gewesen, den Mann schließlich zu knebeln. In der Stadtgarde habe man ihm dann den Knebel abgenommen, aber sofort wieder angelegt, da er, kaum dass er im Kerker war, lauthals gerufen hatte:
„Sevinus! Alter Freund! Behandeln dich diese von Willkür gesteuerten Marionetten gut? Bleib standhaft, Bruder! Wir werden siegen!“
Angesprochen auf diese Äußerungen gab Sevinus Holt an, den Mann nicht zu kennen.
Man habe sodann die Justiziarin Evora von Stetten informiert, die sofort zur Stadtgarde geeilt sei, um den Mann zu verhören. Das Verhör habe wohl eine ganze Weile gedauert, aber an substanziellen Informationen sei wohl nur der Name des Mannes herausgekommen: Rufus Grimmblatt.
Ein weiterer Bericht wurde von einem Gardisten zu den Akten gebracht.
Gegen Abend des 2. Alturiak traf die Hohe Magistra Lyn in der Stadtgarde ein. Sie übergab der Garde einen Rucksack und auf einer magisch schwebenden Scheibe befanden sich die sterblichen Überreste eines Mannes.
Nebst einem Rucksack mit wenigen Habseligkeiten in Form von ein paar Goldmünzen, etwas Proviant, ein wenig Reisekleidung die einem Mann zugeordnet werden könnte, einer Zeltplane, Bettrolle und Kerzen, wurde auch ein nahezu vollständiges Skelett, mit abgenagten und angekauten Knochen, sowie geöffnetem und entleertem Schädel abgeliefert. Teilweise noch mit ein paar Fleischresten daran. Die Hohe Magistra bot an, den Zauber„Sanfte Ruhe“ auf die Überreste zu wirken, um den Verfall für einige Tage zu stoppen.
Wohl würden sich die Knochen einem Halbelfen zuordnen lassen können.
Dazu lieferte Lyn auch direkt einen schriftlichen Bericht, welcher noch in der Garde selbst geschrieben wurde, der in leicht geschwungener, gut leserlicher Schrift verfasst ist – zusätzlich wurde ein zusammengeklebter Brief zusammen mit einer ordentlichen Abschrift von diesem beigelegt:
Am Vormittag des 2. Alturiak zogen Thogrim, Magistra Uldenschuld, der Rekrut Caelum Derlson und ich, in Richtung Strand, um hinsichtlich des vermeintlichen Cyricers und Totenbeschwörers weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Wir führten unseren Weg über das Nordtor hin, kurz nachdem wir die Stadt verlassen hatten, stieß ein Halbling namens Ruuk zu uns, führten unseren Weg zum Fluss Lis, wo sich uns die schlagkräftige Halbling Tara anschloss. Bereits nahe der diesseitigen Anlegestelle am Fluss, wurden durch den Fährtenleser Thogrim einige Spuren, eindeutig von Untoten Skeletten, gefunden. Diesen folgten wir bis zum Strand, an welchem die Priesterin Leyana zu uns stieß und wir den Spuren weiter bis zu dem dortigen Schrein des Großen Knagglers folgten, an welchem sich einige Untote, sowie eine Sukkubus versammelt hatten und dort eine Art Patroullie liefen.
Nach einem kurzen Kampf, der unsererseits ohne Verluste oder Verletzte vonstatten ging, waren die feindlichen Kreaturen besiegt. Am Schrein des Großen Knagglers wurden Verunstaltungen in Abyssal durch Magistra Uldenschlund und die Priesterin Leyana entdeckt. Übersetzt ergeben diese unflätige Schmähungen in Form von Gedichten, die sich über das Sexualverhalten von Priestern und Göttern lustig machen. Rekrut Derlson bat um weitere Auskünfte und wollte ebenfalls einen Bericht für die Garde verfassen. Er wollte sich einiger Lektüre hingeben, um mehr Erkenntnisse zu gewinnen und zog sich an dieser Stelle zurück, da es nicht mehr den Anschein hatte, dass ein weiteres Eingreifen notwendig wäre. *pers. Anmerkung: Rekrut Derlson verhielt sich dabei vorbildlich und stellte stets die Sicherheit der Anwesenden an erste Stelle
Nachdem dort keine weiteren Spuren zu finden waren, erhoben sich Magistra Uldenschlund und Priesterin Leyana in die Luft, um von dort aus nach weiteren Spuren zu suchen oder gar einen Flüchtigen auffinden zu können. Zur selben Zeit machten Tara, Thogrim und ich uns auf in die nahegelegene Höhle hinter dem Wasserfall. In der Höhle angekommen, hörten wir leise Stimmen, die sich zu streiten schienen. Kurz darauf stießen die beiden Luftspäherinnen wieder zu uns und da die Stimmen noch immer nicht abrissen, erklärte Agatha Uldenschlund daraufhin, dass sich da jemand um das letzte Stück Fleisch zu streiten schien – wieder in Abyssal. Wir wateten durch das am Rand nicht sehr tiefe Wasser um die Ecke, wo uns zwei weitere Untote angriffen, nachdem eine magische Bannmauer durch das Wirken von Leyana gebannt wurde. Noch ehe wir Gelegenheit hatten, wirklich zu reagieren, rief eine weitere Sukkubus, in Begleitung zweier Quasiten, aus dem hinteren Teil der Höhle uns zu, dass wir zu spät für den Hauptgang wären, wir aber gern noch das Knochenmark haben könnten. Dabei hantierte sie mit einem mutmaßlichen Oberschenkelknochen und verschwand an Ort und Stelle mitsamt der Quasiten durch einen Teleportationszauber.
Nachdem sie verschwunden waren, durchsuchten wir den restlichen Teil der kleinen Höhle und fanden die Überreste eines Halbelfen. Aufgrund der Kleidung in seinem Rucksack vermutlich männlich. Ein zerrissener Brief wurde ebenfalls in seinen Einzelteilen aufgelesen. Wir nahmen die Überreste und den Rucksack mit. Beides wird hiermit der Garde übergeben. In der Höhle fanden wir zudem noch ein paar recht primitive Höhlenmalereien aus Blut, die womöglich spielende Quasiten auf einer Blumenwiesen zeigen sollten. Eventuell ist eine Interpretation aber auch gänzlich anderer Art möglich. In einer weiteren Ecke fanden wir dann noch das Symbol des Cyric, welches ebenfalls mit Blut an die Höhlenwand gemalt wurde. Anhand des gefundenen Briefes und des Zustands der Fleischreste, lässt sich darauf schließen, dass das Opfer seit etwa 5 bis 7 Tagen tot ist.
Sofern erlaubt, würden wir die Überreste gern ordentlich begraben oder bestatten lassen. Die Priesterin Leyana sprach noch in der Höhle selbst einen Segen über die Überreste, um der Seele den Weg zu ihren Göttern zu weisen. Mit weiterer Erlaubnis, würde ich zudem gern die Verunstaltungen am Schrein des Großen Knagglers entfernen, sofern diese nicht weiter von der Garde gesichtet werden müssen.
Der Brief, von dem auch eine besser lesbare Abschrift beigelegt wurde enthält dabei folgendes:
Adressiert an eine Anschrift in Narbental, datiert auf den 22. Hammer.
"Hallo Mutti,
bin in Lisfar gut ankommen die Stadt ist echt eine Reise wert allein wegen dem Götterschrein den die hier haben und erst recht wegen diesem Museum. Es war echt ein tolles Erlebnis mal eins von innen zu sehen. Ich werde mich auch in ein oder zwei Zehntagen wieder auf den Heimweg machen, will mir noch einen Schrein am Strand ansehen - soll ein echtes Unikat von einem Knaggler oder so sein - bin sehr gespannt!
Grüß Vati von mir - hab Euch lieb!"
Dass die Beschwörungen der Untoten von den Sukkubi ausgingen, wird als eher unwahrscheinlich erachtet. Für weitere Erläuterungen hierzu, steht Magistra Uldenschlund aufgrund ihres umfassenden Wissens zu diesen Wesen jederzeit zur Verfügung.
Gezeichnet;
Lyn Winterbiss, Hohe Magistra des Turms der Lehren zu Lisfar
Dazu findet sich das Siegel des Turms, als auch das persönliche Siegel Lyns
Einige Tage später wurde dem Bericht ein Nachtrag hinzugefügt:
Nachtrag vom 10. Alturiak;
Die Habseligkeiten und Überreste wurden von der Hohen Magistra Winterbiss nach Narbental gebracht und den Hinterbliebenen übergeben.
Ein Bericht von Gardist Larcen fand seinen Weg in die Akten. Die Geschehnisse waren nicht weiter der Rede wert und dass sie überhaupt in die Akten eingingen, war wohl nur der verstärkten Wachsamkeit zu schulden nach all den Ereignissen der letzten Monate. In den frühen Morgenstunden des 21. Alturiak 1378 TZ sei es zu einer Prügelei vorm Kupfertaler gekommen. Eine Fischerin hatte nur aus der Distanz ein paar Gestalten gesehen und dann Kampflärm gehört, woraufhin sie den nächsten Gardisten angesprochen habe. Zusammen mit Larcen sei jener, begleitet von einer weiteren Gardistin, zum Kupfertaler geeilt, vor dem man aber nur noch eine liegengelassene Keule als Zeugin des Raufhändels vorgefunden werden konnte. Eine Nachfrage im Kupfertaler selbst hatte keinerlei Erkenntnis gebracht. Weder hätten sich irgendwo Verletzte gefunden oder gemeldet, noch sei der Vorfall bislang zur Anzeige gebracht worden.
Und so fand sich nach dem Sturm auf die Gnollfeste, wie man das Unterfangen mit einem Hang zur Epik gewiss bezeichnen konnte, einmal mehr ein Bericht von Renard auf dem Tisch Hauptmann Eisenfausts nieder. Anhand der Seltenheit solcher Berichte, konnte man durchaus darüber spekulieren, ob Leutnant Morvan Rücksicht auf den bericht-geplagten Hauptmann nahm oder er schlicht eine Aversion gegen das Schreiben eben solcher hegte.
In jedem Fall war der Bericht, wie gewohnt, in schnörkelloser und bemüht wirkender Handschrift verfasst und glänzte durch Knappheit.
Am Morgen des 8. Ches sammelte sich die Gruppe der Freiwilligen im vereinbarten Lager und beriet sich kurz gemeinsam mit Gardistin Lawyern über das weitere Vorgehen. Mit den Gardisten als Rückendeckung brachen wir übrigen, der Führung des Fährtenlesers Thogrim folgend, in Richtung der Festung auf. Die erwartete Anzahl der Gnolle belief sich auf eine knappe Hundertschaft, von denen sich ein großer Teil aufgrund der Tageszeit innerhalb der Festung befinden sollte, während vereinzelte Trupps wahrscheinlich im Umfeld unterwegs waren. Zudem mussten wir mit menschlicher Unterstützung der Gnolle in Form von Sklaven rechnen, die wir nach Möglichkeit nur kampfunfähig machen würden.
Nach einem kurzen Scharmützel mit einem einzelnen Trupp Gnolle, erreichten wir die Festung, die sich dank ihrer, aus Sicht der Verteidiger, günstigen Lage als schwer einnehmbar erwies, jedoch im Bereich des fehlenden Haupttores, eine Schwachstelle aufwies. Mithilfe eines Unsichtbarkeitszaubers, erreichten wir besagte Stelle unbemerkt, dort kam es jedoch zum Kampf. Mithilfe eines von Thogrim erdachten Plans, provozierten wir weitere Gnolle zum Angriff, auf welchen hin wir dann den Einfall in den Festungshof wagten.
Dort schlugen wir die übrigen Gnolle und ihren Anführer nieder und befreiten die noch lebenden Gefangenen aus ihren Verschlägen um sie in das Lager zu bringen, wo die Gardisten zu uns stießen und wir gemeinsam nach Lisfar aufbrachen. Den befreiten Gefangenen wurde nach Möglichkeit ihre Persönliche Habe ausgehändigt und die Reise in ihre Heimat ermöglicht.
Es gab keine Verluste auf unserer Seite.
Meine Empfehlung lautet, die Festung in regelmäßigen Abständen zu überwachen.
Die Sklaven, die beim Kampf auf Seiten der Gnolle ihr Leben ließen, sollten nach Möglichkeit identifiziert werden. Zudem sollte ihnen eine Bestattung zuteil werden.