Gerüchte oder doch Tatsachen? War es einfach nur Klatsch des Marktvolkes?
Es war nicht bewegendes ... doch auffalend war es dennoch! Seit kurzem schien im Glückstreffer etwas mehr los zu sein. Oder einfach nur eine neue Idee der Besitzer? Seit diesem Abend waren dort auf den Tischen und am Tresen verschiedene kleinere und größere "Blumensträuße" zu finden, ebenso draußen auf den Tischen. Angeblich hätte der dort immer wieder gesichtete Waldelf zusammen mit dem Schankpersonal in einer "Nacht und Nebelaktion", wären Lyn und Renard ausser Haus gewesen sein sollen, die Blumen aufgestellt. Es sollte wohl ein kleiner Willkommens Gruß sein, da die Beiden wieder zurück von ihrer Reise waren.Der Waldelf hatte bei Erina die Blumen, Lupinen und Freesien, bestellt und elfisch genau auf die Qualität geachtet. Sein druidisches Sinnen ließ die Blumen mit leisen Gebeten an seine Herrin ehren. Irgendwie schien seitdem auch... etwas mit diesen Blumen zu sein. Sie wirkt irgendwie... Strahlender?
Hauptsächlich war es die Farbe Violett - Lila - Blauviolett, von denen beide Blütenarten waren. Nur die kleineren "Sträuße" waren auch von anderer Farbe. Aber alle erinnerten an die Natur, zusammen gefügt von erlesener Hand. Es war keine klassische oder steife Steckkunst. Und so würde die Bagasch vom Glückstreffer darauf warten, was Lyn und Renard und der Rest der Stadt von dieser "Tat" hielten. Emilio, der hatte sich sogar selbst mit den wohl riechenden Freesien verziert, was von allen Teilnehmenden, mit amüsierten Lachen bedankt wurde.
So oder so. Diese kleinen Aufmerksamkeiten würden nun jeden erwarten, der im Glückstreffer eintraf.
Die Besitzer des Glückstreffers waren ja immer für eine Überraschung gut und dann waren die auch zumeist noch magischer Natur, wie zuletzt beim Frühlingsfest mal wieder nicht zuletzt durch den glorreichen Metdrachen am Ende unter Beweis gestellt wurde.
Entsprechend war man natürlich neugierig ob der bunten Dekoration, welche die trüben Herbstabende ein Wenig mit Farbe erfüllte. Die Experimentierfreudigkeit, zu der man stets angehalten wurde ging jedoch so weit, dass die Besatzung des Glückstreffers immer wieder unbedarfte Gäste davon abhalten musste, einen beherzten Biss in die Blumensträuße zu wagen.
Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass die Blümchen am nächsten Tag wieder von den Tischen verschwunden waren und lediglich ein einzelner, kleiner Strauß den Tresen zierte. Die übrigen fand man jedoch an anderen Orten wieder. So wurden Kunden der Fuhrmeisterei von einem großen Strauß am Empfang begrüßt und vor Allem der Sharess-Schrein über dem Gückstreffer erfreute sich an neu gewonnener, floraler Dekoration.
Da der Winter nun durch scheinbar beherztes Eingreifen Aurils mit reichlich Kälte und Schneestürmen Lisfar erreichte, wurden kurzerhand eine Vielzahl "neuer" Getränke auf die Karte geschrieben. Nahezu alles konnte man ja ohnehin schon mit oder auch ohne Alkohol bekommen und nicht selten wurde zu den Abenden hin auch immer wieder mal ein Probierglas neuer Kreationen und Ideen an so manchen Gästen gereicht - selbstverständlich auf Kosten des Hauses.
Denn wie will man schon wissen, was ankommt und was nicht, wenn man nicht zumindest ein paar Leuten die Gelegenheit gibt, einfach mal probieren zu dürfen?
So ging man inbesondere auch nun wieder vor, dementsprechend wuchs die Karte dieser Tage rapide an.
Nebst den üblichen unterschiedlichsten Teesorten mit und ohne Alkohol, Saftmischungen und dem immer vorrätigen Met, fanden sich zahlreiche verschieden gewürzte Milchvariationen auch einige Glühweine, Punschsorten (dort sehr beliebt Eier- und Apfelpunsch) und deutlich seltener, aber dann sehr beliebt: heiße Milchgetränke mit Schokoladennoten.
Entsprechend wie stets, gab es auch dann und wann kleine magische Überraschungen - auch wenn man vorerst von blumigen Werken absah, man wollte dem Personal schließlich nicht noch mehr Arbeit machen, als es ohnehin schon hatte.
In den inzwischen angebrochenen warmen Monden bietet der Glückstreffer zahlreiche neue eisgekühlte Getränke, aber eben auch die klassischen Standards weiter an. Nebst gefrosteten pürierten Früchten oder auch einfach nur leicht angefrorenen Mischgetränken, darf man sich auch über allerhand Desserts mit verschiedenen Eissorten freuen - und das sogar in gekühlten Räumlichkeiten! Liegt der Glückstreffer ja ohnehin eher im Keller, wird mit größeren Eisblöcken an besonders warmen Tagen noch etwas nachgeholfen, die Temperatur zusätzlich zu reduzieren.
Alternativ dazu werden dem verfrorenen Gast selbstverständlich auch Decken oder warme Getränke gereicht.
Geheimtipp hierfür: Eis mit heißen Früchten!
Neu auf der Getränkekarte für heiße Stunden, wahlweise mit oder ohne Alkohol:
Eisiger Drachenatem: - So erfrischend, als stünde man im Odem eines weißen Drachen
Minze, Limette, Zuckersirup, sprudelndes Wasser. Aufgefüllt mit Eiswürfeln.
Feenstaub-Sprudel: - Glitzert selbstverständlich!
Holunderblütensirup, Schaumwein, sprudelndes Wasser.
Kalter Waldläufer: - Waldig und fruchtig
Gurke, Zitrone, Melisse, Wasser, Honig.
Schattenschleichers Erfrischung: - Dunkel und erfrischend
Schwarzer Tee, Zitrone, Orangensaft. Aufgefüllt mit Eiswürfeln.
Bartschänder: - Ein Bier, das es nicht wert ist, einen Zwergenbart zu benetzen!
Bier, Zitronenlimonade.
Kobold-Erfrischer: - Säuerlich-scharf-süßer Mix in grün!
Apfelsaft, Ingwer, Honig, Waldmeister, sprudelndes Wasser.
Benebelter Fuchtler: - Nebelt im Glas; ist kein Magier!
Kokosmilch, Pfirsichsaft, Schaumwein.
Der Sommer war gewichen, der Herbst ins Land gezogen und nun, als der Winter die Stadt Lisfar fest in seinem Griff hatte, wurde es auch im Glückstreffer winterlicher und jeder, der auf der Suche nach einem wärmenden Geränk war, fand dieses in den kuschlig warmen Räumlichkeiten.
Gewürzwein, heißer Met oder einfach nur eine heiße Milch gesüßt mit Honig, es war (hoffentlich) für jeden etwas dabei und natürlich plante man auch die ein oder andere Besonderheit um die kalten Tage ein Wenig angenehmer zu gestalten.
Ein Herzenswunsch von Lyn und Renard war, den Kindern der Stadt eine kleine Freude zu bereiten, besonders derer, die diese Jahreszeit einmal mehr im Waisenhaus verbringen mussten, auch wenn helfende Hände von großen Bäckern durchaus willkommen waren. Und so wurde der Glückstreffer am zwölften des Nachtal zur Backstube umgewandelt. Die Küche hatte man ja dank des ehemaligen Juwels in großzügiger Ausstattung und als der große Tag gekommen war, wurde der Glückstreffer im Laufe des Morgens in ein Paradies für kleine Bäcker umgewandelt.
Auf den Tischen fanden sich alle nötigen Zutaten um Honigkuchengoblins nach Renards Familienrezept zu backen und diese nach Herzenslust zu verzieren, damit jedes Kind am Ende des Tages seine eigenen, kleinen Kunstwerke mit nach Hause nehmen konnte.
Renard selbst war an diesem Tag natürlich überall und vielleicht ein wenig aufgeregter als üblich, immerhin hatte er, wie wohl so manch anderer, noch seine ersten eigenen Backversuche in der Küche seiner Mutter in Erinnerung, auch wenn ihre Honigkuchen tatsächlich deutlich humanoidere Umrisse hatten, als seine Goblins, aber jeder brauchte sein Markenzeichen!
Als die Kleinen schließlich eintrudelten, führte Renard sie an die vorbereiteten Tische, bunt gemischt in kleinen Gruppen, denen die Mitarbeiter des Glückstreffers, sowie andere Helferlein zur Hand gingen, als es daran ging, den Teig für die Goblins zuzubereiten.
Es war, wie es sein sollte: bunt, chaotisch und voller Gelächter und Staunen, wenn Lyn oder Samuel das große Backen mit kleinen Zaubertricks bereicherten und natürlich kam auch die neueste Kreation aus den Händen der hohen Magistra selbst zum Einsatz, in Form kleiner, pummeliger Milchschneemänner, die über kleine Kekstreppen in die Tassen der Kinder wackelten und sich dort in duftende Leckereien verwandelten, die mit Genuss geschlürft werden durften.
Nach einem langem Tag, nach welchem der Glückstreffer aussah, wie ein Schlachtfeld aus Mehl und Zuckerstreuseln, strahlten kleine Kinderaugen, als ihre persönlichen kleinen Backwerke in Tüten zusammen mit kleinen Präsenten ausgeteilt wurden. Renard selbst sorgte dafür, dass am Ende auch jedes Kind wieder wohlbehalten zu Hause ankam, und es stand außer Frage, dass dies nicht der letzte Backtag im Glückstreffer gewesen war.
Standen seit geraumer Zeit ja schon reichlich Kerzen und kleinere Laternen überall im Glückstreffer verteilt, konnte man nun auch seit der Wintersonnenwende unzählige winzige Schneeflocken überall auf den Tischen finden, die im Kerzenlicht funkelten. Bei genauerer Betrachtung stellte man schnell fest, dass das Papier, aus welchen sie gefertigt worden waren, einen ganz eigenen Schimmer besaß, der nicht ganz unmagisch war. Zusätzlich wurden die einfachen Kerzen auf den Tischen durch festliche Kerzenleuchter ersetzt, die hier und da kleine Tannenzweige trugen. Doch auch über den Türen und an der Theke wurden zahlreiche Tannenzweige verteilt, die mit weißen und blauen Bändern geschmückt, auch so manch kleines Windlicht trugen.
Selbst in den Getränken konnte man für den kommenden Zehntag kleinste Schneeflöckchen finden, die darin herumtanzten und sich nach geraumer Zeit schlicht auflösten. Je nach Getränk konnten die Gäste feststellen, dass es sich wahlweise um Zucker- oder Eiskreationen mit einer etwas längeren Haltbarkeit handelte. Henry und Elena wiesen allerdings auch immer wieder darauf hin, dass die Flöckchen auf den Tischen NICHT essbar waren. Immerhin konnte man im Glückstreffer ja nie so genau wissen, ob die Dekoration wirklich nur dekorativ oder auch genießbar gewesen war.